Meine Damen und Herren,
ich spreche heute zu Ihnen auf Einladung der Deutschen AIDS-Stiftung und in meiner Funktion als Vorsitzender der „Global Business Coalition on HIV/AIDS".
Von dieser Veranstaltung ging immer schon ein starkes Signal aus. Auch diesmal muss es unüberhörbar sein. Denn wir alle sind Verbündete im Kampf gegen HIV und AIDS. Lassen Sie uns gemeinsam handeln, um diese schreckliche Krankheit zu stoppen. Die Zeit drängt. Denn AIDS hat sich wie ein bösartiger Parasit tief ins Mark unserer Gesellschaft eingebrannt.
AIDS trifft nicht nur Entwicklungsländer. Zwar leben heute über zwei Drittel aller Infizierten auf dem afrikanischen Kontinent. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Das Virus macht vor Grenzen nicht halt. All diejenigen, die glauben: „AIDS, das bleibt in Afrika, weit weg, das interessiert mich nicht", die irren sich und werden eines Anderen belehrt. Weltweit werden große Zuwachsraten verzeichnet.
Es gibt überall Brennpunkte.
Auch wir, hier in Deutschland, dürfen uns auf keinen Fall in trügerischer Sicherheit wiegen, nur weil es in den Medien ruhiger um das Thema geworden ist. Auch wir sind unmittelbar von der größten potenziellen Gefahr der Menschheitsgeschichte bedroht.
Was macht AIDS so gefährlich?
Man zögert, es auszusprechen. Aber jenseits der unzähligen menschlichen Tragödien zerstört AIDS in vielen Ländern auch gewachsene Strukturen und Gesellschaften. Es behindert die wirtschaftliche Entwicklung gerade dort am meisten, wo zunehmender Wohlstand und soziale Sicherheit so dringend gebraucht werden.
Auch, um politische Stabilität zu schaffen. Oder im Klartext: Nur, wenn wir in Gesundheit investieren, kann unser Wirtschaften nachhaltig erfolgreich sein.
Dieser Teufelskreis muss gestoppt werden.
Hier kann ich nur bewundern, was zum Beispiel staatliche Aufklärungsprogramme, Hilfsorganisationen wie die Deutsche AIDS-Stiftung und große Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Kofi Annan oder Bill Clinton bisher schon geleistet haben.
Dazu gehört auch die „Global Business Coalition on HIV/AIDS". Eine Initiative von Unternehmen rund um den Globus, die dank des unermüdlichen Engagements meines Freundes Richard Holbrooke eine wirksame Plattform des Kampfes der Wirtschaft gegen AIDS geworden ist.
Es war deshalb für DaimlerChrysler eine große Ehre, im Sommer dieses Jahres aus der Hand des UN-Generalsekretärs den diesjährigen „Business Award of Excellence" der „Global Business Coalition" für unser Programm in Südafrika zu erhalten.
Und für mich persönlich war es eine Selbstverständlichkeit, neben beispielsweise meinem Vorsitz der Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft, SAFRI, zusätzlich die Herausforderung anzunehmen, ein Jahr Vorsitzender der Global Business Coalition zu werden.
Warum?
Weil es meine tiefe Überzeugung ist, dass wir alle unseren Teil leisten müssen, um diesen Kampf gewinnen zu können.
Ich spreche von Zeit. Und ich spreche von Einsatzbereitschaft.
Wir bei DaimlerChrysler versuchen aktiv unseren Teil zur Lösung der Krise beizutragen. Ein Beispiel ist das bereits erwähnte, von vielen als vorbildlich angesehene Programm in Südafrika.
Was können wir als Wirtschaftsunternehmen dort konkret tun?
Auch uns ist bewusst, dass dies nur einen sehr kleinen Teil des Bedarfs an Hilfe abdecken kann.
Mein großer Respekt und meine Bewunderung gilt all denen, die tagtäglich AIDS-Kranke versorgen:
Sie sind es, die den Kampf gegen AIDS direkt an der Front führen.
Das sind die wahren Helden des Alltags.
Sie brauchen unsere Unterstützung. Dazu wollen wir beitragen.
Meine Damen und Herren,
es gehört zu meiner persönlichen Überzeugung und es ist wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, dass wir eine gesellschaftliche Verantwortung haben, die sich auf viele Felder erstreckt. Sei es in Kultur, Wissenschaft oder im sozialen Bereich.
Und in diesem speziellen Fall der AIDS-Bekämpfung:
Ich denke da vor allem an deutsche Firmen, deren Anzahl in der Global Business Coalition bislang bei weitem zu gering ist.
Ich weiß, viele von Ihnen sind sehr stark persönlich engagiert. Ihr Einsatz ist auch weiterhin lebensnotwendig:
Meine Damen und Herren,
während meiner Rede hat HIV sein Schreckenswerk fortgesetzt:
Lassen Sie uns alles tun, um das zu beenden.
Lassen Sie uns alles tun, um AIDS zu stoppen.
Vielen Dank!
Auf der 9. Festlichen Operngala in der Deutschen Oper Berlin im November 2002 hielt Jürgen E. Schrempp eine eindringliche Rede mit dem Aufruf, die Pandemie AIDS endlich zu stoppen.
Webseite der GBC (Global Business Coalition)